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Katzen erfahren die Welt
Die Augen

Das Leuchten der Augen bei Nacht kommt zustande, weil der Augenhintergrund mit einer reflektierenden Schicht (tapetum lucidum) ausgekleidet ist, die wie ein Spiegel hinter der Netzhaut Licht auf die Nervenzellen zurückwirft. Deshalb können Katzen auch bei ganz geringem Lichteinfall noch sehen, nicht aber bei völliger Dunkelheit. Zusätzlich kann die Katze den Lichteinfall mit Hilfe der elliptoiden Schlitzpupillen regulieren. Konzentriert sie den Blick auf ein Objekt, zieht sie gleichzeitig die Augenlieder zusammen. Die Lichtempfindlichkeit des Katzenauges ist so groß, daß sie ohne diese Möglichkeiten ein kleines Tier nur noch als blendendes Lichtbündel sehen würde. Nachts dagegen öffnen sich die Pupillen so weit, daß von der Iris nur noch ein ganz schmaler Randstreifen übrigbleibt. Lange umstritten war, ob Katzen Farben sehen und unterscheiden können. Die Netzhaut enthält, wie übrigens auch beim Menschen, signifikant mehr Stäbchen, die nur auf S/W ansprechen, als Zäpfchen, mit denen Farben wahrgenommen werden können. Heute weiß man, daß Katzen die meisen Farben voneinander unterscheiden können, nicht aber die feineren Nuancen innerhalb einer Farbe. Das gilt allerdings nicht für die verschiedenen Grautöne, unter denen sie noch die subtilsten Abschattierungen herausfinden können. Als dämmerungsaktives Tier ist es lebenswichtig, sich in einer Grau in Grau getönten Umgebung einwandfrei zurechtzufinden. Aber auch Rot und Grün, Rot und Blau, Rot und Grau, Grün und Blau, Grün und Grau, Blau und Grau, Gelb und Blau sowie Gelb und Grau kann die Katze mit Sicherheit voneinander unterscheiden, Gelb und Rot wahrscheinlich nicht.


Das Gehör

Die Katze kann Töne mit 60.000 bis 65.000 Tonschwingungen/sek und darüber wahrnehmen. Einige Experten sprechen sogar von 100.000 Schwingungen/sek. Zum Vergleich: Menschen hören in jungen Jahren lediglich 20.000 Schwingungen/sek. Je mehr Schwingungen ein Ton hat, desto höher liegt er. Während die Katze also mindestens dreimal soviel hohe Töne aufnehmen kann wie wir, ist der Unterschied bei der Wahrnehmung tiefer Töne gering. Nach dem 5. Lebensjahr läßt das Gehör allmählich nach. Domestizierte Katzen werden im Alter häufig taub.


Der Geschmackssinn

Wie hoch der Geschmackssinn der Katzen entwickelt ist merkt man spätestens, wenn man versucht, ihr übers Futter Medikamente zu verabreichen. Sie bemerkt den Betrug sofort und läßt die "gesalzene Torte" empört stehen. Auf Süßes scheinen die Geschmacksnerven der Katze nur wenig anzusprechen, wahrscheinlich, weil sie in der Natur nie Süßes zu sich nehmen. Auf sauere, bittere und salzige Geschmackskomponenten reagieren Katzen stärker. Ihr Geschmackssinn ist aber insgesamt nicht so gut ausgebildet, wie der des Menschen.


Der Geruchssinn

Der Geruchssinn der Katze ist unserem weit überlegen. Eine Katze beschnuppert ihr Futter erst einmal ausgiebig. Geht sie dann wieder, entspricht das Futter nicht ihrem Geschmack, obwohl sie noch gar nicht probiert hat. Auf weitere Entfernungen können Katzen den sexuellen Lockduft ihrer Artgenossen wahrnehmen. Durch Analkontrolle, das Schnuppern am Hinterteil einer anderen Katze, erfahren sie alles Wissenswerte über deren Stimmung, Absichten und Gesundheitszustand.
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